Playa de Palma: Abgrundtief

Mallorcakrimi von Stina Jensen

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Leinpfad Verlag;
  • veröffentlicht: 6. Mai 2018
  • ISBN-13: 978-3945782408

»Ich bin wieder da«, flüsterte sie. »Das stimmt.« Der Tod eines anderen Mädchens hatte sie zurückgeholt. War das nicht verrückt? (Seite 145)


Darum geht es:

Levke Sönkamp hat vor einem Jahr verloren, was ihr wichtig war und nimmt auf Mallorca Abschied von Erinnerungen und ihrem Leben. Doch die Nacht, die ihre letzte werden soll, verläuft anders als geplant, weil eine junge Frau vor Levkes Augen zu Tode kommt.
Levke fasst neuen Lebensmut, während sie zusammen mit dem Chefinspector José Barceló und dem Journalisten Rafael die Aufklärung des Falles vorantreibt.

Meine Meinung:

Dies ist mein dritter Roman von Stina Jensen, den ich lese, jedoch der erste Krimi von ihr.
Den Schreibstil mochte ich von jeher, deshalb war ich gespannt, ob mich auch die Geschichte einfangen konnte. Das gelang – mit einer kleinen Einschränkung: Ich fand die Personen, deren jeweiligen Hintergründe und die Beziehung untereinander spannender als den eigentlich Kriminalfall, der für mich eher schmückendes Beiwerk war. Was durchaus nicht abwertend gemeint ist, doch liegt die Stärke der Geschichte für mich in den Figuren. Es interessierte mich viel mehr, wie Levke wieder auf die Beine kommt, wie sich das Verhältnis zu Rafael und José entwickelt und was der genaue Grund für Levkes Zusammenbruch war (das wird erst nach und nach verraten).
Der Fall an sich ist schlüssig, die Auflösung war jedoch in meinen Augen etwas zu sehr auf Levke zugeschnitten, das wirkte auf mich etwas gezwungen. Dennoch passt der Schluss, und die nicht beantworteten Fragen im Hinblick auf die Personen machen Lust auf einen weiteren Teil.

Lokalkolorit:


Das hätte gerne mehr sein dürfen, allerdings spielt eben der größte Teil der Handlung an der namensgebenden Playa de Palma, da ist mit wenigen Bildern alles gesagt.
Nicht so gut gefiel mir die fiktive Umbenennung. Ich kenne und verstehe die Notwendigkeit, fiktive Orte zu erschaffen, damit kann ich als Leserin gut leben. Nur hätte ich mir in diesem Fall mehr Abstraktion gewünscht. Aus der Cala Santanyi die Cala Santanya zu machen, hat mich jedes Mal beim Lesen stolpern lassen.

Figuren:

Die Personen der Handlung sind gut beschrieben. Egal, ob Haupt- oder Nebenfiguren, ich konnte sie mir gut vorstellen. Besonders Levke, José und Rafael, aber auch Rafaels Mutter sind sympathische Persönlichkeiten, über die ich gerne noch mehr lesen würde.

Fazit:


Ein Krimi, der mit einem soliden Fall und interessanten Charakteren aufwartet. Wer einen sympathischen Mallorcakrimi ohne allzu große Überraschungen sucht, kann zugreifen.