Exit – Das Haus der Rätsel

Ein Exit Spiel mit den „drei Fragezeichen“

Steckbrief

  • EXIT – Das Spiel: Das Haus der Rätsel
  • Level: Einsteiger
  • Alter vom Verlag angegeben: ab 10 Jahren
  • Autoren: Inka Brand, Markus Brand
  • Verlag: Kosmos

Darum geht es

Die Exit-Reihe umfasst inzwischen etliche Spiele vom Einsteiger- bis zum Profiniveau, hinzu kommen einige Bücher.
Allen gemein ist, dass es um die Lösung von Rätseln geht. Die Rätsel sind eingebettet in eine Geschichte, die jedoch mehr schmückendes Beiwerk ist und selten der Atmosphäre dient, sondern nur die Ansammlung der Aufgaben zusammenhalten soll.

In dieser Drei-Fragezeichen-Edition wurden wir von den drei Fragezeichen in ein Haus voller Rätsel geschickt, die wir lösen müssen, bevor wir die berühmten drei Detektive treffen dürfen.

Meine Meinung

Ich deutete ja bereits an, dass man bei EXIT-Spielen keine allzu hohen Erwartungen an die Geschichten haben sollte. Hübsch ist in diesem Fall, dass die Rätsel auf die jeweiligen Stärken der entsprechenden Figur abgestimmt sind, so geht es bei Peter beispielsweise sportlich zu.

Die Rätsel selbst befinden sich auf Einsteigerniveau. Echte Hirnbrutzler sind es deshalb erwartungsgemäß nicht, aber teilweise so originell, dass ich sie noch nicht kannte, obwohl ich inzwischen einige EXIT- und ähnliche Escape-Spiele gemeistert habe.

Wie bei allen EXIT-Spielen muss das Spielmaterial teilweise verbraucht (bemalt, zerschnitten, etc.) werden.

Fazit

Eine große Herausforderung sind die Rätsel nicht, aber für echte Drei-Fragezeichen-Fans bietet das Spiel genug Stoff für einen unterhaltsamen Abend.
Der atmosphärische Profitipp: Wir haben im Hintergrund über einen Streamingdienst die Folge 29 laufen lassen.

Mystery House [Spiel-Rezension]

Ein Escape Spiel aus dem Hause Cranio Creations

  • Designer: Antonio Tinto
  • Verlag/Vertrieb: Cranio Creations, Schmidt Spiele (ab Frühjahr 2020)
  • Spieler: 1 – 5 (laut Verlag; im Grunde: so viele, wie am Tisch Platz haben, am besten jedoch mit 2 – 4 Spielern)
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Spiel mit App-Unterstützung, derzeit – Stand Januar 2020 – nur auf Italienisch und Englisch erhältlich, für das Frühjahr 2020 ist von Schmidt Spiele eine Veröffentlichung in Deutsch angekündigt worden
  • Smartphone o.ä. Gerät wegen App-Unterstützung Pflicht
  • Taschenlampen dringend zu empfehlen!
  • Im Grundspiel befinden sich das ‚Haus‘ und zwei Abenteuer
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Trails of Tucana [Spiel-Rezension]

Flip and write Spiel aus dem Hause Aporta

Steckbrief

  • Designer: Eilif Svensson und Kristian Amundsen Østby
  • Verlag: Aporta Games
  • Erschienen: 2019
  • 1 bis 8 Spieler
  • Dauer: ca. 20 Minuten

Darum geht es

Wir erforschen eine Insel und zeichnen Wege auf eine Karte. Erinnerungen an das gute alte „Dampfross“ werden wach 😉

Im Einzelnen:

Jeder Spieler erhält eine Inselkarte. Für das kürzere Spiel wählt man die kleine Insel, für eine längere Partie die große. Dann werden noch Orte eingezeichnet (i.e. Buchstaben in die Karte geschrieben) und die Karten für die Sonderpunke ausgelegt und schon geht es los.

Vom Stapel der Landschaftskärtchen werden immer zwei aufgedeckt, die bestimmen, welche zwei Landschaftsarten verbunden werden sollen. Gleichzeitig malen nun alle Spieler einen Strich auf ihre Insel, der zwei benachbarte dieser Felder verbindet. Also z.B. von Wasser zu Wald.

Ziel ist dabei, seine Städte mit Entdeckungen zu verbinden und/oder zwei Städte mit dem gleichen Buchstaben zu verbinden. Also z.B. Ort A mit dem anderen Ort A auf der Karte. Die Entdeckungen geben Punkte und hat man zwei (bzw drei im großen Spiel) verbunden, darf man eine weitere Linie zeichnen. Das gibt unter Umständen schöne Kettenreaktionen.

Städte bringen „nur“ Punkte, dafür aber Sonderpunkte für den Ersten, der eine solche Verbindung schafft.

Per Zusatzregel kann auch die Verbindung zweier Entdeckungen Sonderpunkte bringen.

Ist der Stapel einmal durchgespielt, gibt es eine Zwischenwertung, nach dem zweiten (bzw. dritten) Durchspielen folgt die Endwertung.

Meine Meinung

Ich habe bereits die Vorgänger Doodle City und Avenue gemocht, entsprechend war Trails of Tuscana ein Blindkauf auf der SPIEL ’19.
Es war dann die erste Neuerwerbung, die nach der Messe auf den Tisch kam und dort blieb es auch lange, lange Zeit. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Partien wir seitdem gespielt haben. Zum Glück haben wir die Inselpläne laminiert, sonst wären uns vermutlich bereits die Spielpläne ausgegangen.
Schön ist, dass man es so schnell spielen kann, und es trotzdem angenehm fordert. Es brutzelt sicher nicht das Gehirn weg, aber bietet trotzdem genug Abwechslung und Herausforderung, dass es uns noch nicht langweilig geworden ist.

Fazit

Ein schnelles Spiel für zwischendurch oder als Absacker. Rasch erlernt, einfach zu spielen, aber weder langweilig, noch zu seicht (wenngleich es den Kopf nicht rauchen lässt). Eine Empfehlung für jeden, der Flip-und-Write Spiele mag.

Nova Luna [Spiel-Rezension]

Legespiel von Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel

Steckbrief:

  • Verlag/Vertrieb: Edition Spielwiese, Pegasus Spiele, SD Games
  • 1 – 4 Spieler (Solovariante vorhanden)
  • Spielzeit 30 bis 60 Minuten (zu zweit knapp unter einer halben Stunde)
  • Erscheinungsjahr: 2019

Darum geht es

Wenn man – wie ich aktuell – an einem Roman schreibt, bei dem der Vollmond eine nicht unwesentliche Rolle spielt, ist es natürlich so, dass man aufhorcht, wenn ein Spiel Nova Luna heißt, ein Mond seine Runden dreht und die Mondphasen den Spielplan aufhübschen.

So viel vorweg: Thematisch ist das Spiel nicht. Es hätte jeder andere Meeple Runden drehen können, jeder Mond vom Plan verschwinden und das Spiel wäre das gleiche geblieben. Aber egal – es ist hübsch und das Auge spielt bekanntlich mit.

Wie spielt sich Nova Luna denn nun?
Im Kern ist es ein Tile-laying-game. Die Spieler ziehen mit ihren (winzigen!) Holzscheibchen Runden, immer der, der hinten liegt, darf sich aus den drei Teilen, die vor der Position des Mondes liegen, eins auswählen und in seine persönliche Auslage einbauen. Der Mond wandert auf die frei gewordene Stelle, der Spieler zieht die auf dem ausgewählten Teil angegebenen Schritte auf dem Pfad vor und der Spieler, der nun an letzter Stelle liegt, ist an der Reihe (das kann auch derselbe Spieler sein, der gerade an der Reihe war).
Die um das neue Plättchen erweiterete persönliche Auslage wird indes vom Spieler überprüft, ob er Aufträge erfüllen kann. Die ergeben sich aus den Teilen selbst. Farbige Punkte geben an, welche angrenzenden Plättchen eine solche Vorgabe erfüllen. Werden Vorgaben erfüllt, legt der Spieler eine seiner Holzscheiben darauf. Wer auf diese Weise seine Holzscheiben als Erste(r) loswird, gewinnt das Spiel.

Meine Meinung

Mein Lieblingsmitspieler und ich haben Nova Luna in Essen mit zwei weiteren Spielern zusammen angetestet, eine Partie gespielt und vom Fleck weg gekauft. Legespiele sind per sé unser Ding und dieses hier trifft unseren Geschmack zu hundert Prozent.
Das Spiel erinnert an eine Mischung aus Habitats und Patchwork – wen wundert’s bei den Autoren. Wer also diese beiden Spiele kennt und mag, weiß, was ihn erwartet.

Der Auswahlmechanismus ist etwas glückslastig. Wie ärgerlich, wenn man ausgerechnet an das Plättchen nicht kommt, das so perfekt passen würde. Etwas, das in einer Vier-Spieler-Partie natürlich viel stärker zum Tragen kommt. Aber auch bei zwei Spielern muss man diesen gelinden Frust aushalten können. Das bringt allerdings auch die Würze ins Spiel. Denn schnell muss man umdenken. Und irgendetwas passt eigentlich immer.
Interessant ist auch die Abwägung, wie weit man gehen möchte/muss: Die „wertvolleren“ Plättchen zwingen einen, weiter zu gehen. Doch vielleicht passt eben jenes Plättchen gerade perfekt. Oder es sieht so aus, als könne man recht schnell alle darauf enthaltenen Aufgaben erfüllen. Andererseits zwingt es einen, sechs Schritte zu gehen. Vielleicht also doch lieber nur ein Zweier-Plättchen auswählen und dann eher wieder dran sein?

Der Überblick über seine Auslage ist wichtig und das einzige, das etwas tricky ist, ansonste ist es ein Spiel, das sich mit einer Spieldauer von ca. 30 Minuten gut zwischendurch herunterspielen lässt, ohne allzu anspruchsvoll zu sein.

Mein Fazit

Wie gesagt: Ein Sofortkauf nach der Probepartie. Inzwischen hatten wir es mehrfach auf dem Tisch und sehen den ersten Eindruck bestätigt. Angenehm herausfordernd, ohne den Kopf zum Qualmen zu bringen, perfekt für zwischendurch, auch und gerade für Familien.

Nachtrag vom 19.05.2020

Nova Luna ist seit gestern auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres.

Grund genug, noch einmal einige Worte über das Spiel zu verlieren. Noch immer mögen wir es – so viel vorweg. Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass zumindest in unseren Partien so gut wie immer die Abstände mehr als eng sind. Soll heißen: Der Zweitplatzierte wäre in dieser Runde ebenfalls fertig geworden.

Nun ist per sé gegen enge Spielausgänge nichts zu sagen. Nur schleicht sich bei mir das Gefühl einer gewissen Beliebigkeit ein. Ich bekomme vom Spiel zu wenig Feedback und habe den Eindruck, dass es eigentlich egal ist, was ich mache. Die anfängliche Begeisterung ist deshalb ein wenig verflogen, geblieben ist ein schön anzusehendes Filler-Game, das wir immer noch zwischendurch aus dem Schrank holen.

Das Verlies – Entdeckt die Story [Spiel-Rezension, spoilerfrei]

Adventure Games von Kosmos

PC-Adventure trifft auf Hörbuch trifft auf Brettspiel

Wieder einmal blicke ich über den Tellerrand. Diesmal muss ich gar nicht allzu weit blicken, denn das Spiel, um das es hier gehen soll, hat so viel von einem Hörbuch, dass ich noch nicht sicher bin, ob es ein echtes Spiel oder ein gespieltes Hörbuch ist. Aber lest selbst:

Kleine Schachtel, großes Spiel
  • Verlag: Kosmos
  • Autoren: Phil Walker-Harding, Matthew Dunstan
  • 1 – 4 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer: ca. 3 x 90 Minuten
„Das Verlies – Entdeckt die Story [Spiel-Rezension, spoilerfrei]“ weiterlesen

Sebastian Fitzeks Safehouse

Brettspiel von Marco Teubner

Heute ist es an der Zeit für einen Blick über den Tellerrand. Anlass ist eine neue Solo-Variante für das Spiel Safehouse, deren Regeln der moses-Verlag frisch auf seiner Homepage zum Download anbietet.

Ein Spiel auf einem Buchblog mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, doch natürlich liefert der Name  Sebastian Fitzek auf dem Cover Grund genug dazu, etwas genauer in die Schachtel zu schauen. Sebastian Fitzek hat dem in Brettspielkreisen bekannten Spieleautor Marco Teubner zur Seite gestanden und dem Spiel Safehouse seinen Namen geliehen.

„Sebastian Fitzeks Safehouse“ weiterlesen