Ein weißer Schwan in Tabernacle Street [Rezension]

  • Autor: Ben Aaronovitch
  • dtv Allgemeine Belletristik
  • Übersetzung aus dem Englischen von Christine Blum
  • Originaltitel: False Value
  • ISBN 978-3-423-26278-1
  • Veröffentlichung: Oktober 2020

Darum geht es

Peter Grant verschlägt es diesmal zur SCC, einem Unternehmen des Silicon Valley Milliardärs Terrence Skinner. Skinners erklärtes Ziel ist es, eine künstliche Intelligenz mit eigenem Bewusstsein zu erschaffen und scheint dabei auch mit Kräften zu spielen, die Peter auf den Plan rufen.

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Spanische Delikatessen – Ein Barcelona-Krimi

Ein Fall für Karl Lindberg & Alex Diaz, Band 1

  • Autorin: Catalina Ferrera
  • Erscheinungstermin: 01.03.2018
  • ISBN: 978-3-426-30617-8
  • 304 Seiten
  • Verlag: Droemer TB

Darum geht es:

Kommissar Karl Lindberg hat lange Jahre bei der Kripo in Berlin gearbeitet, bevor seine spanische Ehefrau in den Schoß der Familie zurückbeordert wird, um das Familiengeschäft – eine Apotheke im Herzen Barcelonas – zu übernehmen.
Seiner Frau zuliebe zieht er mit ihr und dem gemeinsamen Sohn in die pittoresque Altstadt Barcelonas. Bald wird er von Langeweile übermannt.
Sein katalanischer Schwager, Comisario Alex Diaz, hat andere Probleme. Er hat eher durch Trickserei als durch Kompetenz einen Platz als Kommissar bei den berühmten Mossos (der Polizei Barcelonas) bekommen und fühlt sich angesichts seines ersten Mordfalls heillos überfordert. Er bittet Karl um Hilfe. Der kann seinen Schwager zwar nicht leiden, aber die Aussicht, endlich wieder an einem Kriminalfall arbeiten zu können, ist zu verlockend. Das ungleiche Paar beginnt, zu ermitteln.

Der Fall beginnt ziemlich delikat (oopsie, das Wortspiel war jetzt einfach zu verlockend). In einem Feinkostladen wird ein Schinken gefunden. Ein Schinken aus Menschenfleisch. Eine Idee, wer der Tote sein könnte, kommt schnell auf und bald steigt auch die Zahl der Verdächtigen. Ist es die Witwe, die ohne den Mann besser dran ist? Oder der tumbe, aber gewaltbereite Sohn? Oder ein Geschäftspartner, denn der Tote hat sich eigentlich mit jedem angelegt.

Meine Meinung

Der Roman besticht mit ganz viel Lokalkolorit. Die Autorin beschreibt die Eigenheiten Barcelonas und der Einwohner sehr plastisch. Wie bei derartigen Krimis üblich, kommt auch das Kulinarische nicht zu kurz, einschließlich einiger Rezepte am Ende des Buchs.

Die Handlung hat interessante Wendungen und sehr spezielle Charaktere. Seien es die Kollegen, die die beiden Neuen, Alex und Karl, nicht ernst nehmen. Sei es die Chefin, die auch nicht sonderlich gut auf das Duo zu sprechen ist. Aber auch Alex und Karl haben ihre Eigenheiten und die Atmosphäre des Buches ensteht nicht zuletzt durch die Reibereien der ungleichen Männer. Alex, der lockere Frauenschwarm, der alles mit einem charmanten Lächeln regelt und Karl, der Anzugträger, der bisweilen zu deutsch denkt. Auch das Team der beiden ist dreidimensional. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Selbiges gilt für Karls Familie. Dieser Aspekt des Romans ist rundum gelungen.

Der Fall ist unterhaltsam bis spannend, kränkelt jedoch an einem Punkt bei der Auflösung. Ich kann dazu nicht zu viel schreiben, für Leser, die den Krimi bereits kennen und die Rezension nachträglich lesen, formuliere ich mein Problem möglichst offen: Ich halte gewisse Transportprobleme (Größe/Gewicht) für nicht plausibel erklärt. Außerdem passen die Reifezeiten für Schinken ebenfalls schwerlich, aber letzteres kann man sich noch irgendwie erklären. Die Frage des Transports hingegen erscheint mir nicht logisch.

Mein Fazit

Dieser Krimi bildet den gelungenen Auftagt einer Reihe, die ich nach und nach verschlungen habe. Das lebendige Bild Barcelonas, das von Sachkunde der Autorin zeugt, zieht den Leser sofort an den Ort der Handlung.

Die Figuren sind dreidimensional und vor allem Alex und Karl machen mit ihrer sympathischen Art, aber auch mit ihren Ecken und Kanten, Spaß.

Die Geschichte ist angenehm spannend, wie man es von dieser Art Krimis erwartet. Auch die Auflösung ist – bis auf einen Punkt – überwiegend gelungen und nachvollziehbar.

Ein Mordsplan – Teil 11

Von der Idee zum Winzerkrimi
Heute: Überarbeitung, Durchgang I

Erinnert ihr euch an meine ‚Mordsplan‘ – Reihe? Meine Idee, euch teilhaben zu lassen an der Entstehung eines Romans – mit allen Höhen und Tiefen.
Nach einem Jahr, soll es damit heute weitergehen.

Ein Jahr ist es nun her, dass ich ›Ende‹ unter den ersten Entwurf geschrieben habe.
Normalerweise lasse ich ein Projekt nicht so lange liegen, aber andere Dinge sind dazwischen gekommen. Doch jetzt habe ich das Manuskript hervorgeholt und mache mich an den ersten Überarbeitungsdurchgang.

Nachdem der »shitty first draft« vollbracht ist, soll man das Projekt ruhen lassen. Diesen Tipp liest man häufig und er ist berechtigt. Denn nur mit etwas Abstand gelingt es, einen neuen Blick auf den Inhalt zu entwickeln. Empfohlen werden mindestens drei, besser noch sechs Monate des Wartens.
Bei mir ist es nun – ausnahmsweise – ein Jahr geworden, was mich in eine ungewohnte Situation bringt: Ich lese meinen Roman beinahe wie ein fremdes Buch.

Natürlich – ich weiß grob, was sich abspielt, und kenne die Falllösung. So etwas vergisst man bei seinem eigenen Krimi auch nach einem Jahr nicht. Doch die einzelnen Schritte meiner Protagonisten sind mir zwischenzeitlich wahrhaftig entfallen.
Bisher habe ich das Gefühl, dass dieser Umstand dem Überarbeitungsprozess durchaus guttut. Logikfehler fallen mir viel schneller auf, wenn ich die Löcher nicht aus meiner Erinnerung stopfen kann. Außerdem ist es durchaus interessant, sein eigenes Geschreibsel einmal aus Lesersicht zu erleben. Normalerweise ist man viel zu nah dran, um auch nur im Ansatz beurteilen zu können, was man da zu Papier gebracht hat. Deshalb benötigt man ja unbedingt Testleser und/oder ein Lektorat.

Verlorenes Vernegues [Rezension]

Provence Krimi von Cay Rademacher

Steckbrief

  • erschienen: Mai 2020
  • DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Taschenbuch: 382 Seiten (erhältlich auch als E-Book)
  • ISBN-13 : 978-3832181215

Darum geht es

Capitaine Roger Blanc löst seinen inzwischen siebten Fall in der Provence. Es ist Winter in der Provence. Eigentlich eine ruhige Zeit, doch plötzlich machen Wölfe die Gegend unsicher. Ein Schäfer verliert Tiere und die Bewohner von Vernègues sind verunsichert. Gegen den Widerstand der Tierschützer planen sie eine Treibjagd.

Roger Blanc und seine Kollegen möchten verhindern, dass sich ein schießwütiger Mob bewaffnet auf Jagd begibt.

Und als sei die Stimmung noch nicht schlecht genug, stromert eine Erdbebenforscherin durch die Ruinen des alten Teils des Ortes, der 1909 durch ein Erdbeben zerstört worden war und prophezeit ein baldiges neues Erdbeben. Dieser Meinung ist auch der exzentrische Nostradamus-Experte aus dem Dorf.

Als es zu weiteren Übergriffen durch Wölfe kommt, eine Försterin angefeindet wird und es später auch einen ersten Toten gibt, spitzt sich die Lage zu und aus dem zunächst harmlosen Fall wird eine Mordermittlung.

Meine Meinung

Der Roman lebt über weite Strecken von seiner unterschwellig gruseligen Atmosphäre. Die Tage sind kurz, viel spielt sich in der Nacht ab. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, Roger Blanc schläft gar nicht mehr.

Die Wölfe stellen eine ständige Bedrohung dar und auch der Capitaine spürt, wie eine menschliche Urangst vor diesen Tieren in ihm wach wird.

Zudem treiben sich viele seltsame Gestalten in Vernègues herum.

Die Kulisse rundet dieses unterschwellig bedrohliche Bild ab, denn die Geschehnisse konzentrieren sich größtenteils auf das alte Dorf, das bei einem Erdbeben zerstört wurde. Zwischen dessen Ruinen, eingestürzten Gewölben und verfallenen Resten einer Burg versucht Roger Blanc gleich mehrere Vorkommnisse aufzuklären.

Der Autor Cay Rademacher hat die Stimmung gut erzeugt und allein dadurch schon ein gewisses Maß an Spannung hochgehalten. Das ist auch gut so, denn über weite Teile passiert erst einmal nicht viel. Da sind gerissene Schafe, ein paar Menschen die sich anfeinden oder seltsam verhalten, aber die eigentliche Krimihandlung beginnt erst ziemlich spät.

Trotzdem habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt oder die Geschichte als zu schleppend empfunden. Die Entwicklung passte zum Grundton des Romans, der in der friedlichen, tief verschneiten Nachweihnachtszeit angelegt ist.

Meine Dauerkritik muss ich auch hier wieder anbringen: Die mehr als seltsame Beziehung von Roger zu seiner Dauer-Affäre Aveline. Dass die Frau in ihm nur ein Spielzeug sieht, während er ihr verfallen ist wie ein Schoßhund, nervt mich inzwischen. Es schwächt nicht nur das Bild der Figur. Für mich verliert der Charakter dadurch an Glaubwürdigkeit. Roger Blanc nimmt es mit Bürgermeistern, Vorgesetzten und nicht zuletzt Verbrechern auf und geht beharrlich seinen Weg, wenn es sich um die Aufklärung eines Verbrechens handelt. Und im privaten Bereich ist er weichgespülter Softie, der sich sehenden Auges von einer Frau immer wieder düpieren lässt. Das passt nicht, und was am Anfang der der Reihe noch ungewöhnlich war, stört mich inzwischen.

Die einzelnen Bände der Reihe sind abgeschlossen und aus sich heraus verständlich.

Funfact: Die beschriebenen Ruinen (altes Dorf/Burg/Mühle/Tempel) gibt es tatsächlich. Ich habe im Netz die Beschreibung einer Wanderung gefunden, die zu diesen Orten geführt hat: http://capfrandos.free.fr/vernegues.htm

Mein Fazit

Ein Krimi, dessen eigentliche Kriminalhandlung sich erst langsam entfaltet, der jedoch aufgrund seiner besonderen Stimmung und vor allem wegen des ungewöhnlichen Handlungsortes in den Ruinen von Vernegues stets über eine gewisse Grundspannung verfügt.

Der Kommissar mit Sonnenbrand [Rezension]

Gran Canaria Krimi von Tim Frühling

Der Roman flankiert von Ron miel aus Arucas und meiner kanarischen Palme

Steckbrief

  • Taschenbuch: 192 Seiten, auch erhältlich als E-Book
  • Emons Verlag
  • veröffentlicht: November 2017
  • ISBN: 978-3-7408-0177-9

Darum geht es

Kommissar Daniel Rohde und Kommissarin Brigitte Schilling verschlägt es im Rahmen eines Amtshilfeersuchens nach Gran Canaria. Statt in der herbstlichen Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg finden sie sich auf den Kanaren wieder, um dort zusammen mit den kanarischen Kollegen Jesús und Alvaro den Mord an einem Deutschen zu untersuchen. In einem Bergdorf im Süden der Insel hat es zwei Tote gegeben – beide im Umfeld der örtlichen Bäckerei. War es Neid eines Konkurrenten? Oder vielleicht eine Tat aus Eifersucht? Denn der esoterisch angehauchte Nachbar hat auch ein Auge auf die Bäckerin geworfen und scheint ohnehin tiefer in die Sache verstrickt zu sein.
Eingebettet in kanarisches Lokalkolorit nimmt das Ermittlerteam die Arbeit unter der kanarischen Sonne auf.

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Verity [Rezension]

Roman von Colleen Hoover

Steckbrief

  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • erschienen am 13. März 2020
  • als Taschenbuch (368 Seiten), E-Book oder Hörbuch
  • ISBN-13: 978-3423230124
  • Originaltitel: Verity
  • übersetzt von Katarina Ganslandt

Darum geht es

Lowen Ashleigh ist Autorin, genau wie Verity Crawford. Der Unterschied: Während Verity Crawford einen Bestseller nach dem anderen schreibt, ist Lowen weitgehend unbekannt und entsprechend pleite.
In dieser Situation bekommt sie das Angebot, Veritys Buchreihe zu Ende zu schreiben, da Verity nach einem Verkehrsunfall mit schweren neurologischen Ausfällen zu einem Pflegefall geworden ist.

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Die Victoria Stein Krimireihe

Neues Youtube Video online

Rechtsanwältin Victoria Stein und Privatdetektiv Jarne de Zand könnten unterschiedlicher nicht sein. SIE ist stets auf Einhaltung der Regeln bedacht, ER sieht alles locker. Zu locker, meint Victoria, und verflucht ihre Zusammenarbeit mehr als einmal. Doch zusammen geben sie ein gutes Team ab.
Mein neues Youtube Video gibt einen Überblick über die bisher erschienenen (jeweils abgeschlossenen!) Bände der Cosy Crime Reihe.

Mit einem KLICK gelangt ihr zu meinem Video auf Youtube (Achtung … öffnet eine neue Seite, ihr verlasst diese hier und so … ihr wisst schon.)