A Lady’s Maid: Die Zofe [Rezension]

Sinnlicher Thriller von Richelle Staffan

Foto zur Verfügung gestellt von Richelle Staffan/Stephanie Richel

Steckbrief:

  • Kindle-Ausgabe: erhältlich
  • Epub und Print in Vorbereitung

Darum geht es

Ein Kunde eines exklusiven SM-Studios wird tot aufgefunden. Da er Spuren einer vorausgegangenen Session aufweist, geraten die Mitarbeiter des Studios in den Fokus der Ermittlungen, unter ihnen Olivia, die als Zofe bei den lustvollen Inszenierungen assistiert.
Für Detective Seargeant Christopher Collins beginnen schwierige Wochen. Nicht nur, dass die Ermittlungen alsbald ins Stocken geraten; auch Olivia interessiert ihn mehr, als seinem Job gut tut. Zu allem Überfluss befindet er sich in einer frischen Beziehung, die er nicht gefährden will.

Meine Meinung

Während mich das Cover sofort angesprochen hatte, konnten mich der alte (inzwischen überarbeitete) Klappentext und der Titel nicht gewinnen. Vielmehr war ich sicher, dass dieser Roman meinen Lesegeschmack nicht treffen würde.
Da ich die Autorin persönlich kenne, wollte ich aber zumindest reinlesen und siehe da – nach ein paar Seiten hatte mich die Geschichte gefesselt (und ja, mir ist gerade selbst aufgefallen, welch doofe Wortspiele das herausfordert).

Der Roman kann sich nicht entscheiden, was er sein möchte. Zu wenig Ermittlungsarbeit, um ein echter Krimi zu sein, zu wenig Bedrohlichkeit, um ein echter Thriller zu sein und die expliziten Szenen werden nur so weit angeteasert, dass sie beim Leser ein Kopfkino in Gang setzen – entsprechen also auch nicht unbedingt dem Genrestandard eines erotischen Romans.
Aber diese Mischung funktioniert. Durchweg herrscht eine gewisse Grundspannung, die Geschichte ist gut zu lesen und unterhaltsam.

Das Einzige, das mich wirklich gestört hat, ist der passive Christopher, der nach meinem Geschmack für einen Protagonisten zu schwach ist. Privat wird er von Olivia und Evelyn dominiert (was vor dem Hintergrund der BDSM Kulisse nicht nur im übertragenen Sinn zu verstehen ist), beruflich hat seine Chefin das Sagen. Die Ermittlungen laufen in Teamarbeit, sodass auch in diesem Punkt die Impulse von außen kommen. Christopher ist eigentlich nie der Agierende. Gemessen daran nimmt seine Rolle im Roman zu viel Raum ein.

Die Feministin in mir freut es natürlich, dass Frauen den Plot beherrschen, mein Lesegeschmack hätte sich hingegen einen stärkeren Christopher gewünscht. So gerät er nicht nur passiv, sondern darüber hinaus auch ein bisschen trottelig, nicht nur wegen seiner Unterwürfigkeit, sondern auch weil er während der Ermittlungen dumme Fehler begeht.

Olivia hingegen ist sofort sympathisch. Sie, die im BDSM Studio die submissive Rolle üernimmt, entpuppt sich als die eigentlich starke Persönlichkeit.

Mein Fazit:

„Die Zofe“ ist ein Roman, der mehr Aufmerksamkeit verdient. Eben weil er fernab von Genrestereotypen neue Wege beschreitet, dabei jedoch die ganze Zeit über fesselnd und gut zu lesen ist.