Ein Weihnachtskuss für Clementine

Kurz-Rezension

  • von Karen Swan
  • aus dem Goldmann Verlag
  • ISBN-13 : 978-3442481927
  • Oktober 2014

Rezi – Snack

Clementine ist ein verzogenes Party-Girl und hat mit ihren 29 Jahren noch nichts geschafft, außer alle Wodkasorten dieser Welt zu kennen.

Wundersamerweise hält ihr Bruder dennoch stets zu ihr, obwohl sie in der gemeinsame Wohnung keinen Handschlag macht, in seiner Firma (in der sie untergekommen ist, nachdem sie ihr Studium geschmissen hat) durch Untätigkeit glänzt und auch sonst so ziemlich die oberflächlichste Person ist, die ich je in einem Roman kennenlernen musste.

Ihr Bruder Tom ist dagegen ein weichgespülter Softie, der sich von Clementine auf der Nase herumtanzen lässt.

Clementine schafft es durch eine erhebliche Portion Gedankenlosigkeit, ein Projekt so gegen die Wand zu fahren, dass die Existenz von Toms Firma gefährdet ist.

Nicht, dass sie das besonders stört, zumal ihr Bruder auch nur zwei Tage lang etwas ungehalten ist (völlig nachvollziehbar, oder?). Doch als Tom durch den geplatzten Auftrag derartig in finanzielle Not gerät, dass er die Eigentumswohnung verkaufen muss, merkt selbst Clementine, dass es nun irgendwie ernst wird. Denn jetzt droht ihr die Obdachlosigkeit.

Widerwillig lässt sie sich darauf ein, für den einzigen verbliebenen von Toms Kunden einen Auftrag im italienischen Portofino zu erledigen, obwohl sie mit diesem Ort schlechte Erinnerungen verbindet.

Eine Aneinanderreihung von absurden Zufällen, nicht plausiblen Verhaltensweisen und Plotlöchern nimmt ihren Lauf.

Leider konnte mich der Roman überhaupt nicht überzeugen. Eine hanebüchene Geschichte voller absurder Zufälle und dazu grundunsympathische Charaktere. Dass die titelgebende Weihnachtszeit gerade einmal kurz am Ende eine Rolle spielt, und es sich ansonsten eher um einen Sommerroman handelt, krönte diese enttäuschende Leseerfahrung noch.