Der Gesang der Flusskrebse [Rezension]

Roman von Delia Owens

Bibliographische Daten

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2019
  • Verlag: Hanserblau
  • Seitenzahl (Print): 464
  • Originaltitel: Where the Crawdads Sing
  • Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
  • ISBN: 978-3-446-26419-9

Darum geht es

Kya ist noch ein Kind, als nacheinander ihre Mutter und ihre älteren Geschwister vor dem prügelnden und saufenden Ehemann und Vater flüchten. Kya bleibt mit diesem Mann allein zurück – abgeschieden in der Wildnis der Marschlandschaft North Carolinas in einer alten Hütte. Der Vater kümmert sich wenig um sie und einige Jahre später verschwindet auch er. Einsamkeit und die Angst vor dem Verlassenwerden entwickeln sich zu den zentralen Themen in Kyas Leben.
Die Schule besucht sie nur für einen einzigen Tag. Sie wird dort verspottet, wie auch anderenorts in ihrer Heimatstadt, und so lernt sie, in der Wildnis zu leben, und hat nur die Hilfe eines Ehepaars, bei dem sie gesammelte Muscheln gegen Benzin für ihr Boot und Lebensmittel tauscht.
Ihr Leben ändert sich, als Tate auftaucht. Er kümmert sich nicht um die Vorurteile seiner Mitmenschen. Kya und Tate kommen sich näher, beide teilen die Liebe zur Natur. Tate unterrichtet Kya und versorgt sie mit Büchern. Eines Tages bekommt er die Möglichkeit, vor seinem Studium bereits einen Job an der Uni anzunehmen. Er zieht weg, ohne sich zu verabschieden.
In ihrem Kummer ist Kya leichte Beute für Chase Andrews, dem Frauenheld von Barkley Cove, doch irgendwann durchschaut sie sein falsches Spiel.
Als Chase Andrews eine Zeit später tot aufgefunden wird, richtet sich der Verdacht rasch gegen Kya. Es kommt zum Prozess.

Meine Meinung

Der Roman erzählt Kyas Leben und die Geschehnisse in der Kleinstadt in kurzen, nicht chronologischen Episoden. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber dennoch ist es einfach, der Geschichte zu folgen.
Die Sprache ist außergewöhnlich ausdrucksstark. Gelegentlich schon poetisch. Vor allem die Naturbeschreibungen sind sehr bildhaft. Allerdings streckenweise ausufernd und so erzeugen sie manchmal eine gewisse Länge und ich habe mich ertappt, einige Passagen nur überflogen zu haben, wenn es mir zu detailliert wurde. Hier merkt man, dass die Autorin Zoologin ist.
Ich muss zugeben, dass ich aus diesem Grund zwei Anläufe benötigte, um das Buch durchzulesen. Anfangs bin ich nicht recht warmgeworden, doch irgendwann kam der Punkt, ab dem mich die Geschichte nicht mehr losgelassen und am Ende sehr berührt hat.

Fazit
Der Gesang der Flusskrebse ist ein außergewöhnliches Buch mit ausdrucksstarker Sprache und bildhafter, gelegentlich ausufernder Darstellung der wilden Marschlandschaft North Carolinas. Eine Geschichte, die zu Herzen geht und berührt.